Purple Prose (geschwollene Prosa)
Übermäßig ornamentierte, blumige Schrift, die Aufmerksamkeit auf sich zieht, auf Kosten von Klarheit und Geschichte.
Zuletzt aktualisiertPurple Prose ist Schrift, die so überschwänglich, ornamentiert oder melodramatisch ist, dass sie von der Erzählung ablenkt. Sie zeichnet sich typischerweise durch übermäßige Adjektive, überladene Metaphern und Sätze aus, die Eindruck machen wollen statt klar zu kommunizieren. Der Begriff stammt vom römischen Dichter Horaz, der Autoren dafür kritisierte, "purpurne Flicken" prahlerischer Prosa auf ansonsten schlichtes Werk zu nähen.
Edward Bulwer-Lyttons berüchtigter Eingangssatz "Es war eine dunkle und stürmische Nacht" inspirierte einen jährlichen Wettbewerb für schlechtes Schreiben, weil er weitere sechzig Wörter zunehmend ornamentierter meteorologischer Beschreibung fortführt. Bestimmte Passagen in frühen Romanen Anne Rices, obwohl von Fans geliebt, werden häufig als Purple Prose zitiert wegen ihrer üppigen, mitunter überladenen Beschreibungen.
Die Grenze zwischen reicher, evokativer Prosa und Purple Prose ist subjektiv, doch ein nützlicher Test ist, ob die Sprache der Geschichte dient oder lediglich das Vokabular des Autors zur Schau stellt. Cormac McCarthy schreibt dichte, lyrische Prosa, die eindringlich statt geschwollen ist, weil jedes Wort seinen Platz verdient. Fragen Sie sich im Zweifel: Bringt dieser Satz den Leser dazu, etwas zu fühlen, oder lässt er nur den Autor klug erscheinen?