Glossar

Erzählstimme

Der unverwechselbare Stil, Ton und die Persönlichkeit, die kennzeichnen, wie eine Geschichte erzählt wird.

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Erzählstimme ist die unverwechselbare Persönlichkeit und der Stil des Erzählens selbst. Sie umfasst Wortwahl, Satzrhythmus, Ton, Haltung und die gesamte Sensibilität, die die Prosa eines Autors von der eines anderen unterscheidbar macht. Stimme ist das, was einen einzelnen Absatz als zu einem bestimmten Autor oder einer bestimmten Figur gehörig identifizierbar macht.

Raymond Chandlers Erzählstimme in den Philip-Marlowe-Romanen ist hartgesotten, sardonisch und poetisch: "Ich brauchte einen Drink, ich brauchte eine saftige Lebensversicherung, ich brauchte Urlaub." Toni Morrisons Stimme in Menschenkind ist lyrisch, heimgesucht und rhythmisch komplex. Beide Stimmen sind so unverwechselbar, dass ein mit einem der beiden Autoren vertrauter Leser eine unbetitelte Passage identifizieren könnte.

Die eigene Erzählstimme zu finden ist eine der persönlichsten Herausforderungen des Schreibens. Sie entsteht an der Schnittstelle dessen, was Sie sagen wollen, und dessen, wie Sie es natürlich sagen. Stimme kann nicht erzwungen oder geliehen werden; Nachahmung ist eine nützliche Übung, aber publikationsreife Stimme muss authentisch sein. In der ersten Person ist Stimme untrennbar von der Figur. In der dritten Person ist sie die unsichtbare Präsenz des Autors, die den Leser durch die Geschichte führt.

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