Redebegleitsatz (Dialogue Tag)
Der kurze Satz oder Satzteil, der angibt, wer spricht, etwa „sagte sie“ oder „fragte er“.
Zuletzt aktualisiertDer Redebegleitsatz, auch Inquit-Formel genannt, ordnet eine wörtliche Rede einer Figur zu, meist mit „sagte“ oder „fragte“. Er erfüllt einen rein praktischen Zweck: Er zeigt an, wer redet. Die besten Redebegleitsätze sind unsichtbar und überlassen dem Dialog selbst das Gewicht der Szene. „Sagte“ ist unsichtbar, weil man es beim Lesen wie ein Satzzeichen aufnimmt, ohne es bewusst wahrzunehmen.
Elmore Leonard, einer der großen Dialogschreiber, riet bekanntlich, zur Zuordnung ausschließlich „sagte“ zu verwenden. Seine Romane zeigen, dass es funktioniert: Worte und Handlungen der Figuren tragen den Ton, ohne dass der Begleitsatz diese Arbeit übernehmen muss. Cormac McCarthy geht in Romanen wie Kein Land für alte Männer noch weiter und verzichtet oft ganz auf Begleitsätze, wenn der Zusammenhang klar macht, wer spricht.
Problematisch werden Redebegleitsätze, wenn sie zu viel leisten wollen. Begleitsätze mit Adverbien wie „sagte sie wütend“ gelten als schwach, weil sie das Gefühl behaupten, statt es zu zeigen. Oft ist eine kurze Handlung die stärkere Lösung: Sie knallte das Glas auf den Tisch. „Mir reicht's.“ Ziel ist, dass immer klar ist, wer spricht, und der Lesefluss dabei so wenig wie möglich gestört wird.