Said-Bookism (Ersatzwörter für „sagte“)
Der übermäßige Gebrauch auffälliger Ersatzwörter für „sagte“ (etwa „rief aus“, „dozierte“, „stieß hervor“), die vom Dialog ablenken.
Zuletzt aktualisiertSaid-Bookism nennt man die Angewohnheit, „sagte“ durch auffällige Alternativen zu ersetzen: „rief er aus“, „konterte sie“, „dozierten sie“. Conan Doyle schrieb gern „he ejaculated“, in deutschen Übersetzungen meist „stieß er hervor“, ein Verb, das im heutigen Englisch ungewollt komisch klingt. Der Begriff stammt aus dem Turkey City Lexicon, einer Sammlung typischer Fallstricke beim Science-Fiction-Schreiben. Das Problem: Diese Wörter lenken den Blick auf sich selbst und weg vom Dialog.
Wer in Deutschland zur Schule gegangen ist, kennt die Übung zum „Wortfeld sagen“, bei der man möglichst viele Ersatzwörter sammeln soll. Daraus kann eine hartnäckige Gewohnheit werden. Professionelle Belletristik setzt dagegen ganz überwiegend auf „sagte“ und „fragte“, gerade weil diese Wörter beim Lesen verschwinden. J. K. Rowling verwendet in Harry Potter „sagte“ weit häufiger als jede Alternative und hebt sich Wörter wie „flüsterte“ für Momente auf, in denen es wirklich darauf ankommt, wie etwas gesagt wird.
Das heißt nicht, dass du nie etwas anderes als „sagte“ schreiben darfst. „Flüsterte“, „rief“ und „fragte“ transportieren echte Information über Lautstärke oder Absicht. Problematisch sind Verben, die den Inhalt der Rede deuten wollen: „deutete sie an“, „unterstellte er“. Ist der Dialog gut geschrieben, merken die Lesenden ohnehin, dass es sich um eine Andeutung oder eine Unterstellung handelt. Vertrau darauf, dass dein Dialog seine Arbeit macht.