Show, don't tell (Zeigen statt erzählen)
Ein Schreibprinzip, das Emotionen und Ereignisse eher durch Handlung und Detail dramatisiert als sie direkt zu benennen.
Zuletzt aktualisiert"Show, don't tell" ist vielleicht der am häufigsten zitierte und am häufigsten missverstandene Schreibrat. Er bedeutet, Informationen durch konkrete Handlung, sinnliches Detail und Dialog zu vermitteln statt durch abstrakte Zusammenfassung. Statt "sie war wütend" zu schreiben, zeigen Sie dem Leser geballte Fäuste, eine zugeschlagene Tür, eine bedrohlich leise gewordene Stimme. Der Leser erlebt die Emotion, statt von ihr zu erfahren.
In Der große Gatsby erzählt Fitzgerald uns nie, dass Gatsby vor dem Wiedersehen mit Daisy nervös ist. Stattdessen stößt Gatsby eine Uhr um, steht kerzengerade und will zweimal fast wieder gehen. Wir verstehen seine Nervosität vollkommen durch sein Verhalten. In Der weiße Hai sagt Spielberg dem Publikum selten, dass es sich fürchten soll; er zeigt eine Rückenflosse, einen vermissten Schwimmer und Chief Brodys Gesicht.
Allerdings ist "Show, don't tell" eine Richtlinie, keine absolute Regel. Erzählen ist angemessen für Übergänge, unwichtige Details und Tempokontrolle. "Drei Wochen vergingen" zu schreiben ist Erzählen, und es ist vollkommen wirksam. Das Prinzip gilt am stärksten für Emotionen, Charaktereigenschaften und wichtige Handlungsinformationen. Zeigen Sie, was wichtig ist; erzählen Sie, was einfach bekannt sein muss.