Glossar

Personifikation

Eine rhetorische Figur, die nicht-menschlichen Wesen menschliche Eigenschaften zuschreibt.

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Personifikation ist eine rhetorische Figur, in der menschliche Eigenschaften, Emotionen, Verhaltensweisen oder Absichten nicht-menschlichen Wesen zugeschrieben werden: Tieren, Objekten, abstrakten Konzepten oder Naturkräften. Indem sie dem Unmenschlichen ein menschliches Gesicht gibt, macht Personifikation das Unvertraute nachvollziehbar und das Abstrakte greifbar. Sie lädt den Leser ein, sich emotional mit Elementen zu beschäftigen, die sonst fern oder konzeptuell bleiben könnten, und überbrückt die Kluft zwischen menschlicher Erfahrung und der weiteren Welt.

Emily Dickinson personifizierte den Tod als höflichen Besucher in ihrem Gedicht Because I Could Not Stop for Death und verwandelte die Sterblichkeit in einen höflichen Kutscher. In Die Bücherdiebin personifiziert Markus Zusak den Tod als Erzähler und gibt ihm eine müde, fast zarte Stimme, die die Schrecken des Zweiten Weltkriegs aus einer unerwarteten Perspektive umrahmt. Carl Sandburgs Gedicht Nebel personifiziert Nebel als Katze, die "auf kleinen Katzenpfoten kommt", eine kompakte Personifikation, die sowohl die Stille als auch die Verstohlenheit von Nebel einfängt, der in einen Hafen rollt. Pablo Neruda erhob Personifikation zur Kunstform in seinen gefeierten Oden und gab alltäglichen Objekten Stimme und Persönlichkeit: In Ode an die Zwiebel ist die Zwiebel ein "leuchtender Kolben", dessen Schichten "Kristallblütenblätter" sind, während in Ode an das Salz das Salz in den Salzminen singt und die Welt mit der Hingabe eines Liebenden würzt und so bescheidene Materialien in Wesen verwandelt, die Ehrfurcht verdienen.

Wenn Sie Personifikation verwenden, wählen Sie die menschlichen Eigenschaften sorgfältig, um zu dem Effekt zu passen, den Sie wollen. Dem Wind "zornige Fäuste" zu geben erzeugt eine andere Atmosphäre als ihm "neugierige Finger" zu geben. Vermeiden Sie Personifikation, die so ausgeklügelt wird, dass sie die Glaubwürdigkeit überdehnt oder ins Absurde kippt, es sei denn, Absurdität ist Ihre Absicht. Personifikation ist am kraftvollsten, wenn sie unausweichlich wirkt - wenn die menschliche Eigenschaft, die Sie der nicht-menschlichen Sache zuschreiben, eine echte Ähnlichkeit offenbart, die der Leser nicht bewusst bemerkt hat. Lassen Sie den Vergleich sowohl die personifizierte Sache als auch den menschlichen Zug beleuchten, der darauf projiziert wird.

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