Glossar

Metapher

Eine rhetorische Figur, die direkt behauptet, eine Sache sei eine andere, und Bedeutung durch einen impliziten Vergleich ohne die Wörter "wie" erzeugt.

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Eine Metapher ist eine rhetorische Figur, die erklärt, eine Sache sei eine andere, und eine direkte Gleichsetzung zwischen zwei ungleichen Dingen schmiedet, ohne die vermittelnden Wörter "wie" zu verwenden. Anders als ein Vergleich, der den Vergleich ausdrücklich anerkennt, lässt eine Metapher den Abstand zwischen dem Tenor (der beschriebenen Sache) und dem Vehikel (der Sache, mit der sie verglichen wird) kollabieren und fordert den Leser auf, beides gleichzeitig zu erleben. Diese Verdichtung erzeugt Bedeutung, die reicher und unmittelbarer ist, als wörtliche Aussage erreichen kann, weil sie die Imagination des Lesers einbindet, die Lücke zwischen den beiden Elementen zu überbrücken.

Shakespeares "Die ganze Welt ist eine Bühne" aus Wie es euch gefällt gehört zu den berühmtesten Metaphern der englischsprachigen Literatur und verwandelt menschliches Leben in eine theatralische Aufführung mit Auftritten und Abgängen. In Menschenkind schreibt Toni Morrison, dass die Zukunft "eine Frage davon war, die Vergangenheit in Schach zu halten", und verwandelt Zeit in eine physische Kraft, die zurückgehalten werden muss. Sylvia Plaths Gedicht Metaphors ist selbst eine ausgedehnte Metapher für Schwangerschaft, mit neun Zeilen zu je neun Silben. Haruki Murakamis Belletristik ist durchdrungen von Metaphern, die die Grenze zwischen innerer und äußerer Welt verwischen; in Kafka am Strand wird der Eingang zu einer anderen Realität als ein buchstäblicher Stein beschrieben, der gedreht werden muss, und verwandelt spirituellen Übergang in einen physischen Akt. In jedem Fall dekoriert die Metapher nicht lediglich die Idee; sie formt grundlegend um, wie der Leser sie versteht.

Wenn Sie Metaphern gestalten, greifen Sie nach Vergleichen, die überraschend, aber sofort verständlich sind. Eine Metapher, die Erklärung erfordert, hat versagt. Vermeiden Sie gemischte Metaphern, die unvereinbare Bilder kombinieren ("wir werden diese Brücke niederbrennen, wenn wir dort ankommen"), es sei denn, Sie setzen sie bewusst für komischen Effekt ein. Die stärksten Metaphern erwachsen aus der spezifischen Welt Ihrer Geschichte: eine Seefigur, die in nautischen Begriffen denkt, ein Musiker, der Emotionen als Klänge wahrnimmt. Lassen Sie Ihre Metaphern organisch aus Figur und Schauplatz wachsen, statt sie aus einem Vorrat literarischer Mittel zu importieren.

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