Glossar

Selbstverlag

Der Prozess, ein Buch unabhängig zu veröffentlichen, bei dem die Autorin volle kreative und finanzielle Kontrolle behält.

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Selbstverlag ist der Prozess, bei dem eine Autorin ihr Buch unabhängig produziert, vertreibt und bewirbt, ohne die Beteiligung eines traditionellen Verlagshauses. Die Autorin übernimmt alle Verantwortlichkeiten und alle Kosten, die ein Verlag normalerweise behandeln würde: Lektorat, Coverdesign, Innenformatierung, ISBN-Beschaffung, Vertriebseinrichtung und Marketing. Im Gegenzug behält die Autorin volle kreative Kontrolle und einen deutlich größeren Anteil an jedem Verkauf. Der Aufstieg der Print-on-Demand-Technologie und der E-Book-Plattformen, insbesondere Amazons Kindle Direct Publishing, hat den Selbstverlag von einem stigmatisierten letzten Ausweg in einen legitimen und manchmal äußerst lukrativen Karriereweg verwandelt.

Das Finanzmodell des Selbstverlags unterscheidet sich grundlegend vom traditionellen Verlagswesen. Wo eine traditionell veröffentlichte Autorin 10–15 % des Listenpreises in Tantiemen verdienen könnte, kann eine selbstveröffentlichte Autorin auf Amazon 70 % bei E-Books und etwa 60 % bei Print-on-Demand-Taschenbüchern nach Druckkosten verdienen. Allerdings muss die selbstveröffentlichte Autorin im Voraus in professionelles Lektorat, Coverdesign und Marketing investieren, Kosten, die zwischen 2.000 und 10.000 US-Dollar oder mehr pro Buch liegen können. Autoren wie Mark Dawson, Joanna Penn und der verstorbene Hugh Howey haben gezeigt, dass Selbstverlag sechs- und siebenstellige Jahreseinkommen generieren kann, aber diese Erfolgsgeschichten repräsentieren den obersten Bruchteil eines Prozents. Das mittlere selbstveröffentlichte Buch verkauft weniger als 250 Exemplare.

Die Entscheidung zwischen Selbstverlag und traditionellem Verlag ist nicht nur eine Geldfrage; sie betrifft Temperament, Ziele und Genre. Selbstverlag belohnt Autoren, die unternehmerisch, produktiv und bereit sind, Marketing zu lernen. Er funktioniert am besten in Genres mit gefräßigen, digital-affinen Leserschaften, besonders Romance, Thriller, Science-Fiction und Fantasy. Literarische Belletristik, Memoiren und narratives Sachbuch profitieren tendenziell mehr vom Prestige, Rezensionszugang und der Buchhandelsplatzierung, die traditionelle Verlage bieten. Viele Autoren verfolgen heute Hybridkarrieren, veröffentlichen einige Projekte selbst, während sie andere traditionell veröffentlichen, und behandeln jedes Buch als Geschäftsentscheidung statt als ideologisches Bekenntnis zu einem Modell.

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