Glossar

Vergleichstitel (Comp Titles)

Vergleichbare, bereits erschienene Bücher, mit denen du dein Manuskript im Markt verortest und Agenturen wie Verlagen zeigst, wer es lesen wird.

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Vergleichstitel (englisch comp titles, kurz für comparable oder competitive titles) sind Bücher aus den letzten Jahren, die du im Anschreiben oder im Exposé nennst, um dein Manuskript im Markt zu verorten. Sie beantworten die Frage, die sich jede Agentin und jeder Lektor stellt: „In welches Regal der Buchhandlung gehört dieses Buch, und wer kauft es?“ Gut gewählte Vergleichstitel vermitteln Genre, Ton, Zielgruppe und Verkaufspotenzial in einer Kurzform, die man in der Branche sofort versteht. Wer sein Projekt als „Das Licht der letzten Tage trifft Der Marsianer“ beschreibt, kündigt damit einen literarischen Science-Fiction-Roman an, der poetische Sprache mit einer packenden Überlebensgeschichte verbindet.

Die richtigen Vergleichstitel zu finden, verlangt Fingerspitzengefühl. Die Bücher sollten aktuell sein, idealerweise in den letzten drei bis fünf Jahren erschienen, damit du zeigst, dass du den Markt kennst. Sie sollten erfolgreich genug sein, dass die Agentur sie kennt, aber nicht so übermächtig, dass der Vergleich größenwahnsinnig wirkt: Wer sein Debüt mit Harry Potter oder Sakrileg vergleicht, wirkt naiv, nicht ehrgeizig. Am besten eignen sich solide Mittelfeldtitel (Midlist) oder Überraschungserfolge aus deinem Genre, also Bücher, die bei genau dem Publikum gut liefen, das du erreichen willst. Zwei Vergleichstitel aus unterschiedlichen Genres oder Tonlagen können die besondere Position deines Manuskripts gut zeigen: Dein Buch steht dort, wo sich beide überschneiden.

Vergleichstitel sind nicht nur fürs Anschreiben da. Lektorinnen und Lektoren nutzen sie intern, wenn sie ein Projekt in der Programmkonferenz vorschlagen, und der Vertrieb nutzt sie, wenn er neue Titel den Einkäufern im Buchhandel vorstellt. Ein Buch ohne klare Vergleichstitel lässt sich auf jeder Stufe schwerer verkaufen, weil niemand sagen kann, wer es kaufen wird. Wenn dir partout keine Vergleichstitel einfallen, hast du womöglich ein Positionierungsproblem: Gibt es keine vergleichbaren Bücher, ist der Markt für dein Buch vielleicht zu klein oder zu unklar. Gibt es dagegen Dutzende fast identischer Titel, musst du benennen können, was dein Buch anders macht. Die Suche nach Vergleichstiteln zwingt dich, dein Buch nicht als kreativen Ausdruck, sondern als Produkt auf einem Markt zu sehen. Dieser Blick ist vielen Schreibenden unangenehm, für eine Veröffentlichung aber unverzichtbar.

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