Checkliste: Manuskripteinreichung
Du hast das Buch geschrieben, überarbeitet und Feedback bekommen. Jetzt bist du bereit für die Einreichung. Diese Checkliste behandelt die praktischen Details, an denen eine Einreichung gelingen oder scheitern kann: nicht die kreative Arbeit, sondern den professionellen Auftritt, der dafür sorgt, dass dein Manuskript gelesen und nicht auf den ersten Blick abgelehnt wird.
Bevor du Agenturen anschreibst
Das heißt überarbeitet, nicht nur entworfen. Du hast das Feedback deiner Testleserinnen und Testleser eingearbeitet, mindestens zwei vollständige Überarbeitungsdurchgänge gemacht und die Endfassung Korrektur gelesen. Schick keinen ersten Entwurf an Agenturen.
Literarische Belletristik: 70.000 bis 100.000. Fantasy: 80.000 bis 120.000. Jugendbuch (YA): 55.000 bis 80.000. Liebesroman: 50.000 bis 90.000. Ein Debütroman mit 200.000 Wörtern ist schwer zu verkaufen, ganz gleich, wie gut er ist.
Wähle zwei oder drei Bücher aus den letzten fünf Jahren, die dieselbe Leserschaft haben wie deins. „Für Fans des Weltenbaus von [Autorin A] und der Erzählstimme von [Autor B]“ zeigt, dass du den Markt kennst.
Nutze Quellen wie QueryTracker, Publishers Marketplace und Manuscript Wish List. Lies Interviews mit den Agentinnen und Agenten auf deiner Liste. Schreib nie eine Agentur an, die dein Genre nicht vertritt.
Anschreiben (Query-Letter)
Ein Anschreiben ist ein Geschäftsbrief, keine Schreibprobe. Halte es knapp: Hook, Zusammenfassung des Buches (denk an einen Klappentext), Kurzbiografie und organisatorische Angaben.
Nenne die Hauptfigur, sag, was sie will, was ihr im Weg steht und was sie verlieren kann. Fasse nicht die ganze Handlung zusammen. Mach neugierig, statt eine Inhaltsangabe zu schreiben.
Nenne ein bestimmtes Buch, das die Agentin vertreten hat, und erkläre, was es mit deinem verbindet. „Ich bewundere Ihr vielfältiges Programm“ ist keine Personalisierung, sondern Füllmaterial.
Veröffentlichungen, relevante Abschlüsse oder Fachwissen (ein Arzt, der Medizinthriller schreibt) und gewonnene Wettbewerbe. Lass deinen Brotberuf weg, wenn er nicht direkt relevant ist. Keine Veröffentlichungen zu haben ist in Ordnung: Sag lieber nichts, als künstlich aufzufüllen.
Formatierung des Manuskripts
Times New Roman oder Courier in 12 Punkt, doppelter Zeilenabstand, Ränder von 1 Zoll auf allen Seiten, Einzug der ersten Zeile von 0,5 Zoll, linksbündig (kein Blocksatz). Seitenzahlen in der Kopfzeile mit deinem Nachnamen und dem Titel.
Jedes Kapitel sollte auf einer neuen Seite beginnen, etwa auf einem Drittel der Seitenhöhe. Nutze die Funktion für Seitenumbrüche in deiner Textverarbeitung. Drück niemals zwanzigmal die Eingabetaste.
Eine Leerzeile allein kann mehrdeutig sein (ist das ein Szenenwechsel oder ein Formatierungsfehler?). Verwende ein sichtbares Zeichen, damit der Wechsel auch eine neue Formatierung übersteht.
Die meisten Agenturen wollen .docx. Manche akzeptieren .pdf. Prüf die Einreichungsrichtlinien jeder Agentur. Wer das falsche Format schickt, wirkt nachlässig.
Einreichungsunterlagen
Die Synopse erzählt die ganze Handlung, das Ende eingeschlossen. Schreib sie im Präsens und in der dritten Person und konzentriere dich auf die Haupthandlung und den Bogen der Hauptfigur. Nenne nicht mehr als vier oder fünf Figuren beim Namen.
Sofern nicht ausdrücklich etwas anderes verlangt wird, schick die ersten Seiten deines Romans. Agenturen wollen sehen, wo die Leserin einsteigt, nicht eine Sammlung von Höhepunkten ohne Zusammenhang.
Eine Agentin will 10 Seiten direkt im Text der E-Mail. Ein anderer will 50 Seiten als .docx im Anhang. Eine dritte will nur das Anschreiben, ganz ohne Seiten. Befolge die Anweisungen genau.
Typische Fehler, die du vermeiden solltest
Die Meinung deiner Mutter ist keine berufliche Qualifikation. Lass den Text für sich sprechen. Vermeide ebenso Sätze wie „Das ist der nächste Harry Potter“. Überlass die Vergleiche der Agentur.
Schreib pro Agentur immer nur eine Person an. Wenn sie absagt, kannst du manchmal eine Kollegin anschreiben. Prüf dazu die Regeln der Agentur. Mehrere Leute im selben Haus gleichzeitig anzuschreiben wirkt unprofessionell.
Notiere: Name der Agentin oder des Agenten, Agentur, Datum der Anfrage, verschickte Unterlagen, Frist für die Antwort und Ergebnis. So vermeidest du doppelte Anfragen und kannst in sinnvollen Abständen nachhaken.
Ein kurzes „Vielen Dank für Ihre Zeit“ ist angemessen, wenn die Agentur eine persönliche Absage geschickt hat. Sonst ist keine Antwort nötig. Diskutiere nie, erkläre nichts und frag nicht nach dem Grund. Mach mit der nächsten Anfrage weiter.