Klappentext (Blurb)
Ein kurzer, werbender Text über ein Buch, meist auf der Rückseite oder der Umschlagklappe, der potenzielle Lesende neugierig machen soll.
Zuletzt aktualisiertDer englische Begriff Blurb bezeichnet einen kurzen, sorgfältig gestalteten Werbetext, der potenzielle Lesende dazu bringen soll, ein Buch in die Hand zu nehmen. Im Verlagswesen wird er in zwei verwandten Bedeutungen verwendet. Erstens für den Klappentext: die Beschreibung des Buches auf der Rückseite oder der Umschlagklappe, meist 150 bis 250 Wörter, die die Prämisse umreißt, klarmacht, was auf dem Spiel steht, und Neugier weckt, ohne das Ende zu verraten. Zweitens für Empfehlungen, also kurze lobende Zitate bekannter Autorinnen und Autoren, Kritiker oder Persönlichkeiten, die auf dem Umschlag oder im Vorspann abgedruckt werden; im Deutschen spricht man von Pressestimmen oder Empfehlungen. Beide verfolgen denselben Zweck: aus jemandem, der stöbert, jemanden zu machen, der kauft.
Einen wirkungsvollen Klappentext zu schreiben ist eine eigene Kunst, die sich vom Schreiben eines Romans unterscheidet, und auch erfahrene Autorinnen und Autoren tun sich damit schwer. Der Klappentext muss in wenigen Absätzen leisten, wofür das Buch Hunderte Seiten hat: die Hauptfigur vorstellen, den zentralen Konflikt etablieren, den Ton vermitteln und eine unwiderstehliche Frage aufwerfen, die sich nur durch die Lektüre beantworten lässt. Die besten Klappentexte lesen sich wie Miniaturgeschichten mit Cliffhanger. Sie konzentrieren sich darauf, was die Hauptfigur will, was ihr im Weg steht und was sie verlieren kann, ohne sich in Nebenhandlungen oder Nebenfiguren zu verlieren. Genrekonventionen gelten für Klappentexte ebenso wie für die Bücher selbst: Der Klappentext eines Thrillers betont Gefahr und Dringlichkeit, der eines Liebesromans Anziehung und emotionale Fallhöhe, der eines literarischen Romans Stimme und thematische Tiefe.
Empfehlungen haben auf dem Buchmarkt großes Gewicht, besonders bei Debüts, deren Namen noch niemand kennt. Ein Zitat einer Bestsellerautorin aus demselben Genre kann die wahrgenommene Qualität eines Buches heben und Lesende aufmerksam machen, die ihrem Geschmack vertrauen. Verlage holen solche Empfehlungen oft Monate vor Erscheinen ein und schicken Leseexemplare mit einer persönlichen Notiz aus dem Lektorat an etablierte Autorinnen und Autoren. Im Selfpublishing verlangt das mehr direktes Netzwerken, etwa auf Tagungen, in Schreibgemeinschaften oder über soziale Medien. Das ganze System beruht weitgehend auf Wohlwollen und Gegenseitigkeit: Viele empfehlen Debüts, weil jemand einmal dasselbe für sie getan hat. Ob Klappentext oder Empfehlung, nach dem Cover selbst ist dieser kurze Text oft der wichtigste Einzelfaktor für die Kaufentscheidung.