Tantiemen (Royalties)
Der prozentuale Anteil an jedem verkauften Buch, den die Autorin oder der Autor erhält, berechnet auf den Ladenpreis oder auf den Nettoerlös.
Zuletzt aktualisiertTantiemen (englisch royalties, im deutschen Verlagsvertrag meist Absatzhonorar genannt) sind der Anteil am Erlös jedes verkauften Buches, der an dich als Autorin oder Autor geht. Im Verlagswesen werden sie entweder auf den Ladenpreis berechnet (den Preis, der auf dem Buch steht) oder auf den Nettopreis (das, was beim Verlag nach Abzug der Händlerrabatte tatsächlich ankommt). Im amerikanischen Markt beginnen Hardcover-Tantiemen meist bei 10 % des Ladenpreises und steigen ab einer bestimmten Auflage auf 12,5 %, bei höheren Schwellen auf 15 %. Für großformatige Paperbacks (Trade Paperbacks) sind 7,5 % des Ladenpreises üblich, für klassische Massenmarkt-Taschenbücher rund 8 %. Bei E-Books sind 25 % der Nettoerlöse gängig.
Ob Ladenpreis oder Nettopreis die Grundlage bildet, macht finanziell einen großen Unterschied. Ein Hardcover für 30 US-Dollar, das mit 50 % Rabatt an den Handel geht, bringt dem Verlag 15 US-Dollar netto. Bei 10 % vom Ladenpreis bekommst du 3,00 US-Dollar, bei 10 % vom Nettopreis nur 1,50 US-Dollar. Viele Verlage, besonders kleinere und unabhängige, rechnen inzwischen auf Nettobasis ab. Deshalb müssen Autorinnen, Autoren und Agenturen genau wissen, welcher Prozentsatz sich auf welche Basis bezieht. Nebenrechte wie Hörbuch, Übersetzung, Film und Merchandising haben eigene Sätze, die im Vertrag gesondert verhandelt werden.
Im Selfpublishing sieht die Rechnung völlig anders aus. Amazons Kindle Direct Publishing zahlt 70 % Tantiemen für E-Books mit einem Preis zwischen 2,99 und 9,99 US-Dollar und 35 % außerhalb dieser Spanne. Bei Print-on-Demand-Anbietern wie IngramSpark hängen die Tantiemen vom selbst gewählten Ladenpreis abzüglich Druckkosten und Vertriebsgebühren ab. Den höheren Prozentsätzen steht gegenüber, dass du im Selfpublishing alle Kosten für Herstellung, Marketing und Vertrieb selbst trägst. Ob mit Verlag oder ohne: Wer versteht, wie Tantiemen aufgebaut sind, kann fundierte Entscheidungen über die eigene Schreiblaufbahn treffen.