Schlusskorrektur
Der abschließende Prüfungsdurchgang, der vor der Veröffentlichung Tippfehler, Formatierungsfehler und kleinere Mängel erfasst.
Zuletzt aktualisiertDie Schlusskorrektur ist die finale Phase des Lektoratsprozesses und findet statt, nachdem Entwicklungslektorat, Zeilenlektorat und Korrektorat abgeschlossen sind und das Manuskript in seine nahezu endgültige Form gesetzt oder formatiert wurde. Die Schlusskorrektorin überprüft den formatierten Text, sei es ein physisches Prüfexemplar, ein PDF-Layout oder eine E-Book-Datei, auf Tippfehler, fehlende Interpunktion, Formatierungsinkonsistenzen (Schusterjungen, falsche Kopfzeilen, verschobene Ränder) und Fehler, die während des Satzes oder der Konvertierung entstanden sind. Es handelt sich grundsätzlich um eine Qualitätskontrolle statt um einen Überarbeitungsprozess: In der Phase der Schlusskorrektur sollten Inhalt und Stil bereits feststehen, und die Rolle der Schlusskorrektorin besteht darin, Restfehler abzufangen, die durch alle vorherigen Lektoratsphasen gerutscht sind, sowie etwaige neue Fehler, die bei der Konvertierung des Manuskripts in sein Publikationsformat entstanden sind. Im traditionellen Verlagswesen arbeitet die Schlusskorrektorin mit gesetzten Seiten (genannt „Fahnen" oder „Bogen") und verwendet einen standardisierten Satz von Korrekturzeichen, um Korrekturen zu markieren.
Selbst die akribischsten lektorierten Bücher enthalten Fehler, die nur die Schlusskorrektur abfängt, und die Verlagsgeschichte ist voll von Beispielen, die sowohl kostspielig als auch sammelwürdig sind. Frühe Ausgaben von Harry Potter und der Stein der Weisen enthielten einen Druckfehler, der in der Hogwarts-Schulausrüstungsliste zweimal "1 Zauberstab" auflistete; Erstausgaben mit diesem Fehler werden heute von Sammlern auf zehntausende Dollar geschätzt, aber der Fehler veranschaulicht, wie Fehler mehrere Prüfungsdurchgänge überleben. Die Erstausgabe der Bibel, die 1631 von Robert Barker gedruckt wurde, ließ das Wort "nicht" im siebten Gebot aus und machte daraus "Du sollst die Ehe brechen", wodurch sie als „Wicked Bible" bekannt wurde. In jüngerer Zeit enthielten frühe Auflagen von Wer die Nachtigall stört kleine textliche Ungereimtheiten, die erst Jahrzehnte später identifiziert und korrigiert wurden. Diese Beispiele, die sich über Jahrhunderte und jede Ebene lektoraler Strenge erstrecken, zeigen, dass die Schlusskorrektur nicht redundant mit dem Korrektorat ist, sondern als wesentliches letztes Sicherheitsnetz dient, das abfängt, was jede vorherige Phase übersehen hat.
Die eigene Arbeit schlusszukorrigieren ist notorisch unzuverlässig, weil das Gehirn vertrauten Text automatisch korrigiert und ausfüllt, was es erwartet zu sehen, statt zu registrieren, was tatsächlich auf der Seite steht. Professionelle Schlusskorrektorinnen verwenden eine Reihe von Techniken, um dieser Tendenz entgegenzuwirken: den Text satzweise rückwärts zu lesen (was den narrativen Fluss unterbricht und die Aufmerksamkeit auf einzelne Wörter lenkt), laut zu lesen (was das Auge zwingt, jedem Wort zu folgen, und fehlende oder doppelte Wörter hörbar macht), Schriftart und -größe des Textes zu ändern (was visuelle Vertrautheit stört), das Manuskript zu drucken statt auf dem Bildschirm zu lesen (was einen anderen kognitiven Modus aktiviert) und den Text mit einem Lineal abzudecken und jeweils eine Zeile aufzudecken. Für selbstveröffentlichte Autoren, die sich keine professionelle Schlusskorrektorin leisten können, die typischerweise 500 bis 1.500 US-Dollar für ein vollständiges Manuskript kostet, ist die wirksamste Einzelstrategie, das Manuskript zwischen der finalen Überarbeitung und der Schlusskorrektur mindestens zwei bis vier Wochen ruhen zu lassen. Zeitliche Distanz ist der nächstliegende Ersatz für die frische Perspektive einer professionellen Schlusskorrektorin, und wenn du Distanz mit mindestens zwei der oben genannten Techniken kombinierst, fängst du die Mehrheit der oberflächlichen Fehler ab, die sonst die Leser erreichen würden.