Glossar

Trope (Erzählmuster)

Ein wiederkehrendes Erzählmuster, Motiv oder eine Konvention, die das Publikum aus vielen Werken wiedererkennt.

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Als Trope (im Plural meist Tropes) bezeichnet man heute, vor allem in Buchcommunitys und im Verlagswesen, eine wiederkehrende erzählerische Konvention, einen Figurentyp oder ein Handlungsmuster, das man aus unzähligen Werken kennt. Mit den Tropen der klassischen Rhetorik, also bildlichen Ausdrücken wie der Metapher, hat dieser Gebrauch nur den Namen gemein. Tropes sind die Bausteine von Genres und Lesererwartungen: der Auserwählte, die Dreiecksbeziehung, der Mentor, der stirbt, die tickende Uhr. Sie sind weder gut noch schlecht, sondern Werkzeuge. Zum Problem wird eine Trope erst, wenn sie gedankenlos eingesetzt wird, ohne Abwandlung und ohne Bewusstsein für das Muster.

Der widerwillige Held ist so alt wie das Erzählen selbst und reicht von Odysseus über Luke Skywalker bis zu Katniss Everdeen. Der Romananfang mit der „dunklen, stürmischen Nacht“ ist eine Trope, die längst zum Klischee geworden ist. Scream wurde zum Erfolg, weil die Figuren die Horror-Tropes offen im Dialog verhandeln und die Genrekonventionen so zugleich zu Komik und Spannung machen. Die Braut des Prinzen spielt auf ähnliche Weise mit Märchenmotiven und erweist ihnen zugleich die Ehre.

Wer schreibt, muss Tropes kennen, denn die Lesenden bringen Erwartungen mit, die von den Mustern ihrer Lieblingsgenres geprägt sind. Du kannst diese Erwartungen erfüllen, unterlaufen oder auf überraschende Weise kombinieren, aber ignorieren kannst du sie nicht. Am besten kennst du die Tropes deines Genres genau und suchst dann nach Wegen, sie frisch wirken zu lassen. Eine Trope, die mit konkreten Details, emotionaler Tiefe und einer Überraschung umgesetzt ist, kann ebenso stark wirken wie etwas völlig Neues.

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