Head-Hopping (Perspektivspringen)
Ungeordnetes Springen zwischen den Gedanken verschiedener Figuren innerhalb einer Szene, ohne erkennbaren Übergang.
Zuletzt aktualisiertVon Head-Hopping spricht man, wenn eine Erzählung innerhalb einer Szene zwischen den Innensichten verschiedener Figuren wechselt, ohne den Wechsel kenntlich zu machen. Beim personalen Erzählen in der dritten Person erwarten Lesende, pro Szene oder Kapitel fest in der Sicht einer Figur verankert zu sein. Springt die Perspektive unangekündigt, verlieren sie die Orientierung und werden aus der Geschichte gerissen.
Ein Beispiel: Jonas denkt „Sie sieht wütend aus“, und unmittelbar darauf denkt Marie „Er versteht mich nie“. Innerhalb von zwei Sätzen waren wir in zwei verschiedenen Köpfen, ohne jeden Übergang. Das ist Head-Hopping. Anders liegt der Fall, wenn Nora Roberts und andere Liebesroman-Autorinnen die Perspektive innerhalb einer Szene bewusst und deutlich markiert wechseln: Das ist eine kontrollierte Technik, kein Head-Hopping.
Head-Hopping ist auch nicht dasselbe wie auktoriales, also allwissendes Erzählen. Eine allwissende Erzählinstanz darf die Gedanken mehrerer Figuren wiedergeben, weil sie über allen steht. Zum Problem wird es beim personalen Erzählen, bei dem die „Kamera“ im Kopf einer einzigen Figur sitzen soll. Wenn du in einer Szene mehrere Innensichten zeigen willst, entscheide dich bewusst für die auktoriale Perspektive, statt aus Versehen zwischen den Köpfen hin- und herzuspringen.