Glossar

Deuteragonist

Die zweitwichtigste Figur einer Erzählung, oft enge Begleitung, Rivale oder Gegenpol der Hauptfigur.

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Der Deuteragonist ist nach dem Protagonisten die wichtigste Figur einer Geschichte. Der Begriff stammt aus dem altgriechischen Theater, wo der Deuteragonist buchstäblich der zweite Schauspieler auf der Bühne war. In heutigen Romanen kann er ein Sidekick sein, die große Liebe der Hauptfigur, ein Rivale oder eine zweite Hauptfigur, deren Sicht dem Weg des Protagonisten entscheidende Tiefe und Kontrast verleiht.

In Harry Potter teilen sich Ron und Hermine diese Rolle, wobei Hermine wegen ihres Einflusses auf den Verlauf der Handlung wohl den größeren Anspruch darauf hat. In Der Herr der Ringe ist Samweis Gamdschie der Deuteragonist: Erst seine Treue und Zähigkeit machen Frodos Aufgabe möglich. Bei Sherlock Holmes ist Dr. Watson der Deuteragonist schlechthin: Er erzählt die Geschichten, erdet die Schrullen des Detektivs mit menschlicher Wärme und öffnet den Lesenden die Tür zu Holmes' Welt.

Ein gut gebauter Deuteragonist stützt die Hauptfigur nicht nur, er beleuchtet Seiten der Geschichte, an die sie allein nicht herankäme. Gib ihm eigene Ziele, Ängste und einen eigenen Bogen, damit er als vollständige Figur wirkt und nicht als erzählerisches Zubehör. Die Beziehung zwischen den beiden, ob von Treue, Reibung oder beidem getragen, ist oft das emotionale Herz der Geschichte. Wer sich an ein großes literarisches Duo erinnert, erinnert sich an ein gelungenes Zusammenspiel von Protagonist und Deuteragonist.

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