Figurenstimme
Die markanten Sprachmuster, das Vokabular, der Rhythmus und die sprachlichen Eigenheiten, die den Dialog einer Figur eindeutig identifizierbar machen.
Zuletzt aktualisiertFigurenstimme ist die Summe linguistischer Entscheidungen, die die Rede einer Figur eindeutig zu ihrer eigenen machen. Sie umfasst Vokabular, Satzstruktur, Rhythmus, Dialekt, sprachliche Eigenheiten, Formalitätsgrad und die Themen, zu denen eine Figur hingezogen wird oder die sie meidet. Eine gut entwickelte Figurenstimme erlaubt Lesern, den Sprecher ohne Dialogmarkierungen zu identifizieren, weil die Worte selbst nur dieser Figur gehören können.
In Die Abenteuer des Huckleberry Finn gibt Twain Hucks Stimme in umgangssprachlichem Dialekt wieder, der sofort seine soziale Schicht, seine Bildung und seine regionale Identität etabliert. In True Grit spricht Mattie Ross mit einer formalen, juristisch anmutenden Präzision, die bei einer Vierzehnjährigen verblüffend ist und ihre Intelligenz und Sturheit offenbart. Holden Caulfields Stimme im Fänger im Roggen, mit ihren Wiederholungen, Abschweifungen und beiläufigen Flüchen, ist so markant, dass sie praktisch eine Schablone für Erzählungen unzufriedener Jugendlicher geschaffen hat.
Eine Figurenstimme zu entwickeln erfordert ebenso viel Zuhören wie Schreiben. Achten Sie darauf, wie reale Menschen unterschiedlicher Herkunft, unterschiedlichen Alters und Temperaments tatsächlich sprechen. Vermeiden Sie die häufige Falle, Figuren nur durch Akzent oder Slang zu differenzieren; echte Stimme geht tiefer und spiegelt das Weltbild und die Psychologie einer Figur wider. Eine praktische Übung besteht darin, dieselbe Szene aus mehreren Figurenperspektiven zu schreiben. Wenn Sie den Dialog zwischen Figuren austauschen können, ohne dass es der Leser bemerkt, sind die Stimmen noch nicht distinkt genug.