Vorgeschichte (Backstory)
Die Vergangenheit einer Figur: alles, was sie geprägt hat, bevor die Geschichte einsetzt.
Zuletzt aktualisiertDie Vorgeschichte (Backstory) umfasst alles, was einer Figur zugestoßen ist, bevor die Handlung beginnt: prägende Erlebnisse, Beziehungen, Verletzungen und Erfolge, die ihre Persönlichkeit, ihre Überzeugungen und ihre Beweggründe geformt haben. Ohne Vorgeschichte gibt es keine vielschichtigen Figuren. Wie viel du davon preisgibst und wann, gehört allerdings zu den wichtigsten handwerklichen Entscheidungen beim Erzählen.
In Menschenkind erfahren wir Sethes Vorgeschichte, die Sklaverei und die entsetzliche Tat, mit der sie ihre Kinder schützen wollte, nur nach und nach. So entsteht ein Geheimnis, das die Erzählung vorantreibt. In Oben ist die Eingangsmontage über Carls und Ellies gemeinsames Leben eine meisterhaft erzählte Vorgeschichte: In wenigen Minuten begründet sie Carls Antrieb für den ganzen Film.
Gerade für die Vorgeschichte gilt das Eisbergprinzip. Du solltest über die Vergangenheit einer Figur zehnmal so viel wissen, wie auf der Seite steht. Der typische Fehler: all dieses Wissen auf einmal in den Text zu kippen. Am stärksten wirkt die Vorgeschichte, wenn sie sich durch Verhalten, Dialog und gezielt gesetzte Rückblenden offenbart statt in Erklärblöcken.