Wunsch vs. Bedürfnis
Das grundlegende Konzept des Charakterbogens, bei dem der bewusste Wunsch einer Figur mit ihrem tieferen, oft unbewussten Bedürfnis nach persönlichem Wachstum in Konflikt gerät.
Zuletzt aktualisiertDer Rahmen Wunsch-versus-Bedürfnis ist eines der wirkungsvollsten Werkzeuge zur Konstruktion von Charakterbögen. Der "Wunsch" ist das bewusste, äußere Ziel der Figur: das, was sie in der Geschichte aktiv verfolgt. Das "Bedürfnis" ist die tiefere, oft unbewusste Lektion, die sie lernen, oder die Veränderung, die sie durchlaufen muss, um echte Erfüllung zu erlangen. Der dramatische Motor eines Charakterbogens ist die Spannung zwischen diesen beiden Kräften, denn den Wunsch zu verfolgen, ohne das Bedürfnis zu adressieren, führt zu hohlen Siegen oder offenem Scheitern, während die Entdeckung des Bedürfnisses oft verlangt, dass die Figur ihren ursprünglichen Wunsch aufgibt oder verwandelt.
In Breaking Bad will Walter White Geld, Macht und Anerkennung für seine Genialität, doch sein tieferes Bedürfnis besteht darin, seinem Ego, seiner Sterblichkeit und dem Groll zu begegnen, der seit seinem Abschied von Gray Matter Technologies schwelt. Seine Weigerung, dieses Bedürfnis anzugehen, treibt seinen Abstieg in die Schurkerei. In Toy Story will Woody Andys Lieblingsspielzeug bleiben, doch sein Bedürfnis besteht darin zu lernen, dass Liebe kein Wettbewerb ist und dass Teilen sie nicht mindert. Woodys Bogen funktioniert, weil er schließlich seinen Wunsch loslässt und sein Bedürfnis annimmt. In Casablanca will Rick unbeteiligt und selbstschützend bleiben, doch sein Bedürfnis besteht darin, sich wieder dem Kampf gegen den Faschismus anzuschließen und persönliches Glück für eine größere Sache zu opfern.
Der Rahmen Wunsch-vs.-Bedürfnis ist besonders während der Ausarbeitung nützlich, weil er klärt, was der Höhepunkt erreichen muss. In einem positiven Bogen ist der Höhepunkt der Moment, in dem die Figur endlich ihr Bedürfnis über ihren Wunsch stellt, selbst unter großen persönlichen Kosten. In einem negativen Bogen verdoppelt die Figur den Wunsch und weist das Bedürfnis zurück, was zu ihrer Zerstörung führt. Wenn sich der Bogen Ihrer Figur flach anfühlt oder Ihr Höhepunkt unverdient wirkt, prüfen Sie, ob Sie sowohl Wunsch als auch Bedürfnis klar definiert haben und ob die Geschichte die Figur im Moment des höchsten Drucks zur Wahl zwischen ihnen zwingt.