Glossar

Flache Figur

Eine Figur, die um eine einzige Eigenschaft oder Idee herum gebaut ist, ohne seelische Vielschichtigkeit oder inneren Konflikt.

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Eine flache Figur wird nach der Unterscheidung von E. M. Forster von einer oder zwei vorherrschenden Eigenschaften bestimmt und besitzt nicht die innere Vielschichtigkeit einer runden Figur. Flache Figuren sind berechenbar: Hat man ihren Wesenszug einmal erfasst, kann man ihr Verhalten in jeder Lage vorhersagen. Ein Mangel ist das nicht von vornherein, denn flache Figuren erfüllen wichtige erzählerische Aufgaben.

Mr. Collins in Stolz und Vorurteil ist eine flache Figur: kriecherisch und eitel, und jede Szene bestätigt das. Gerade weil er nie aus seiner Rolle fällt, ist er so komisch. Schlecht eingesetzt wird eine flache Figur dagegen zum Pappkameraden. Viele Handlanger in Actionfilmen tragen nichts zur Geschichte bei, weil ihre Flachheit keinem Zweck dient.

Flache Figuren eignen sich am besten für Nebenrollen, für komische Entlastung oder als Verkörperung eines Themas. Schwierig wird es, wenn die Hauptfigur flach ist: Um über einen ganzen Roman dranzubleiben, brauchen Lesende seelische Tiefe. Die Unterscheidung zwischen flach und rund ist kein Werturteil, sondern ein Werkzeug. Setz flache Figuren bewusst dort ein, wo Einfachheit der Geschichte nützt.

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