Glossar

Roman

Ein erzählendes Prosawerk in Buchlänge, meist mit mehr als 40.000 Wörtern, das Raum für vielschichtige Figuren, Handlungen und Themen bietet.

Zuletzt aktualisiert

Der Roman ist die beherrschende literarische Form der Neuzeit: ein langes erzählendes Prosawerk, meist mit mehr als 40.000 Wörtern, das genug Raum bietet, um ganze Welten entstehen zu lassen, vielschichtige Figuren über lange Zeit zu entwickeln, mehrere Handlungsstränge zu verflechten und Themen mit einer Tiefe und Breite zu erkunden, die kürzere Formen nicht erreichen. Sein entscheidender Vorzug ist die Möglichkeit langer Entwicklung. Eine Figur kann sich allmählich und glaubwürdig verändern, eine Gesellschaft bis ins Detail ausgemalt werden, ein philosophischer Gedanke in Szene gesetzt statt nur ausgesprochen werden. Diese Weite ist zugleich seine größte Stärke und seine größte Herausforderung, denn sie mit Stoff zu füllen, der die Länge rechtfertigt, gehört zu den schwierigsten Aufgaben beim Schreiben.

Die Geschichte des Romans ist eine Geschichte der ständigen Neuerfindung. Miguel de Cervantes' Don Quijote gilt oft als erster moderner Roman, und sein selbstbewusst-verspieltes Erzählen nahm Experimente vorweg, die Schriftstellerinnen und Schriftsteller erst Jahrhunderte später wagten. Das 19. Jahrhundert brachte die Blütezeit des Gesellschaftsromans: Tolstois Anna Karenina, George Eliots Middlemarch und Dickens' Bleak House zeigten, dass die Form ganze Gesellschaften fassen kann. Die Moderne sprengte die Konventionen: Joyces Ulysses, Woolfs Mrs Dalloway und Faulkners Schall und Wahn bewiesen, dass der Roman das Bewusstsein selbst abbilden kann. Gegenwärtige Autorinnen und Autoren wie Zadie Smith, Colson Whitehead und Elena Ferrante treiben die Form weiter voran und verbinden Realismus mit Experiment, persönliches Erzählen mit politischer Reichweite.

Einen Roman zu schreiben verlangt langen Atem, strukturelles Denken und die Bereitschaft, gründlich zu überarbeiten. Bevor du mit dem Entwurf beginnst, entwickle ein klares Bild von der Gestalt deiner Geschichte: wer deine Hauptfigur ist, was sie will, was ihr im Weg steht und wie der Weg sie verändern wird. Eine Gliederung, ob ausführlich oder lose, gibt einem Vorhaben dieser Größe das nötige Gerüst. Schreib den Entwurf mit Schwung und überarbeite nicht endlos, bevor die Rohfassung steht, denn die ganze Gestalt eines Romans siehst du erst, wenn er auf dem Papier existiert. Überarbeite dann mit schonungsloser Ehrlichkeit: Streich Szenen, die weder Figuren noch Handlung voranbringen, stärke die roten Fäden und sorg dafür, dass der Roman seine Länge rechtfertigt. Jedes Kapitel sollte Lust auf das nächste machen.

Bereit loszuschreiben?

Planen, schreiben, zusammenarbeiten - alles in einem Arbeitsbereich, der für Autorinnen und Autoren gemacht ist.

Plotiar kostenlos testen

Mit deiner Erlaubnis verwenden wir Analyse-Cookies, um zu verstehen, wie Plotiar genutzt wird, und es zu verbessern. Wenn du ablehnst, werden keinerlei Analysedaten gesendet. Cookies für Anmeldung und Sicherheit sind immer aktiv. Cookie-Richtlinie