Glossar

Essay

Ein kurzes Prosawerk, in dem der Autor ein bestimmtes Thema durch Argument, Reflexion oder persönliche Erfahrung erkundet.

Zuletzt aktualisiert

Der Essay ist eine der flexibelsten und dauerhaftesten Formen der Literatur: ein relativ kurzes Prosawerk, in dem ein Autor ein Thema durch eine Kombination aus Argument, Erzählung, Reflexion und Analyse erkundet. Das Wort stammt vom französischen essayer, versuchen oder probieren, und dieser Geist der Erkundung bleibt zentral für die Form. Ein Essay ist kein Bericht, der gesicherte Schlussfolgerungen liefert, sondern ein Geist in Bewegung, der eine Frage durcharbeitet, Ideen testet, ein Thema aus mehreren Winkeln umkreist. Das grundlegende Versprechen des Essays an den Leser ist nicht Information, sondern die Erfahrung, einer intelligenten und engagierten Sensibilität beim Denken auf der Seite zuzusehen.

Michel de Montaigne erfand den modernen Essay im sechzehnten Jahrhundert, und seine Essais bleiben der Prüfstein der Form: informell, abschweifend, ehrlich, frei vom Philosophischen zum Persönlichen reichend. Virginia Woolfs Essays, gesammelt in Bänden wie The Common Reader, brachten romanhafte Aufmerksamkeit für Sprache und Bild in Sachbuchprosa. James Baldwins Notes of a Native Son zeigte die Macht des Essays, persönliche Erzählung mit politischer Analyse zu verweben und schuf Werke, die gleichzeitig beichtend und konfrontativ sind. In zeitgenössischer Praxis haben Essayistinnen wie Leslie Jamison, Roxane Gay und Brian Doyle die Möglichkeiten der Form erweitert, während sie ihre wesentliche Qualität bewahren: eine einzelne Stimme, die sorgfältig denkt und tief etwas fühlt, das wichtig ist.

Einen starken Essay zu schreiben beginnt mit einer echten Frage oder Beschäftigung, etwas, das du durchdenken musst, nicht etwas, das du schon herausgefunden hast. Die besten Essays haben die Qualität der Entdeckung: Der Autor lernt etwas im Prozess des Schreibens, und der Leser wird Zeuge, wie sich dieses Lernen entfaltet. Strukturiere einen Essay um seine zentrale Frage, aber erlaube dir, Abschweifungen und Assoziationen zu folgen, denn die Kraft des Essays liegt oft in den unerwarteten Verbindungen, die er aufdeckt. Verwende spezifische, konkrete Details, um abstrakte Ideen zu verankern; ein Essay über Trauer wird gestärkt durch die Beschreibung eines bestimmten Paars Schuhe in einem Schrank. Ende nicht mit einer ordentlichen Zusammenfassung, sondern mit einem Moment verdienter Einsicht oder einer Frage, die sich nach außen öffnet, und gib dem Leser etwas mit, das er über die Seite hinaus trägt.

Bereit loszuschreiben?

Planen, schreiben und zusammenarbeiten - alles in einem Workspace, der für Autorinnen und Autoren gemacht ist.

Plotiar kostenlos testen

Wenn du akzeptierst, verwenden wir Cookies für vollständige Analysen. Lehnst du ab, erfassen wir weiterhin anonyme, aggregierte Besuchsdaten ohne Cookies. Essenzielle Cookies sind immer aktiv. Cookie-Richtlinie