Voice-Over
Erzählkommentar, der von einem Off-Sprecher über die visuelle Handlung eines Films oder einer Fernsehsendung gesprochen wird.
Zuletzt aktualisiertVoice-Over ist eine Filmtechnik, bei der die Sprache einer Erzählerin über der visuellen Handlung zu hören ist, ohne dass der Sprecher in diesem Moment auf dem Bildschirm zu sehen ist. Der Erzähler kann eine Figur innerhalb der Geschichte sein, die über Ereignisse reflektiert (homodiegetische Erzählung), eine ältere Version einer Figur, die auf ihre Vergangenheit zurückblickt, oder gelegentlich eine allwissende Stimme außerhalb der Geschichte (heterodiegetische Erzählung). Voice-Over dient mehreren Funktionen: Es kann Exposition bieten, die schwer zu dramatisieren wäre, Zugang zu den inneren Gedanken einer Figur gewähren, Ton und Stimmung etablieren, ironische Distanz zwischen dem Gesagten und dem Gezeigten schaffen oder fragmentiertem oder nicht-linearem visuellem Erzählen narrative Kohärenz auferlegen. Die Technik existiert auf einem Spektrum von sparsamer, zielgerichteter Verwendung bis zu durchdringender Erzählung, die zu einem bestimmenden Element der Identität des Werks wird.
Voice-Over hat einen komplizierten Ruf im Drehbuchschreiben. Robert McKees berühmtes Diktum in Adaptation, dass Voice-Over „schlaffes, schlampiges Schreiben" sei, spiegelt einen weitverbreiteten Verdacht wider, dass Erzählkommentar dem Publikum sagt, was die Bilder zeigen sollten. Doch einige der größten Errungenschaften des Kinos hängen von Voice-Over ab. Martin Scorseses GoodFellas verwendet Henry Hills überschwängliche Erzählung, um ein Gefühl von Insider-Zugang zu schaffen, und zieht das Publikum mit einer Geschwindigkeit in die verführerische Welt des organisierten Verbrechens, die rein visuelles Erzählen nicht erreichen könnte. Terrence Malicks Filme, von Badlands bis The Tree of Life, verwenden geflüsterten, poetischen Voice-Over, um eine kontemplative Schicht zu schaffen, die im Kontrapunkt zu den Bildern existiert, statt sie lediglich zu beschreiben. Im Fernsehen verwendet Arrested Development Ron Howards allwissende Erzählung für komische Wirkung und untergräbt die Selbsttäuschungen der Figuren mit trockenen, sachlichen Korrekturen, die eine Ironieebene schaffen, die ohne die externe Perspektive des Erzählers unmöglich wäre.
Wenn du Voice-Over verwendest, stelle sicher, dass es etwas tut, was das visuelle Erzählen nicht allein erreichen kann. Der schlechteste Voice-Over ist redundant und beschreibt, was das Publikum bereits sehen kann, oder expositiv und liefert Informationen, die durch Szene und Dialog dramatisiert werden könnten. Der beste Voice-Over erzeugt eine produktive Spannung zwischen Wort und Bild: Was der Erzähler sagt und was die Kamera zeigt, sollten einander ergänzen, verkomplizieren oder widersprechen, niemals bloß duplizieren. Bedenke die Beziehung des Voice-Over zur Zeit. Eine rückblickende Erzählerin, die weiß, wie die Geschichte endet, kann durch Andeutungen dessen, was kommen wird, dramatische Ironie, Spannung und Bewegtheit erzeugen. Eine im Präsens erzählende Erzählerin, die Ereignisse in Echtzeit erlebt, kann Unmittelbarkeit und Intimität schaffen. Etabliere die Präsenz des Voice-Over früh im Drehbuch, damit das Publikum ihn als Teil der Erzählgrammatik akzeptiert, statt ihn als Einmischung zu erleben. Und frage dich immer: Wenn du den Voice-Over vollständig entfernen würdest, würde die Szene visuell noch funktionieren? Wenn ja, ist der Voice-Over möglicherweise unnötig.