Glossar

Treatment

Eine Prosa-Zusammenfassung einer Film- oder Fernsehgeschichte, typischerweise 5-30 Seiten, die die Erzählung im Präsens ohne Dialog oder technische Formatierung beschreibt.

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Ein Treatment ist ein narratives Dokument, das die Geschichte eines Film- oder Fernsehprojekts in Prosaform erzählt, im Präsens geschrieben, ohne den formatierten Dialog, die Szenenköpfe oder die technischen Anweisungen, die man in einem Drehbuch findet. Treatments reichen typischerweise von fünf bis dreißig Seiten, wobei die Länge je nach Umfang des Projekts und Entwicklungsstadium variiert. Anders als eine Synopse, die die gesamte Geschichte auf ein bis drei Seiten verdichtet, bietet ein Treatment genug Detail, um die emotionalen Beats, Charakterbögen und strukturellen Wendepunkte der Geschichte zu vermitteln, während es für Leserinnen zugänglich bleibt, die mit dem Drehbuchformat möglicherweise nicht vertraut sind. Das Treatment liest sich fast wie eine Kurzgeschichte oder Novelle: Es beschreibt Szenen, wie sie sich auf der Leinwand entfalten würden, und fängt die visuelle und emotionale Erfahrung des Anschauens des fertigen Produkts ein, aber ohne die starren Formatierungszwänge, die Drehbücher für die Produktion effizient, für Nicht-Branchenleser jedoch manchmal schwer zu engagieren machen.

Treatments erfüllen mehrere kritische Funktionen im Entwicklungsprozess. Für Drehbuchautoren ist ein Treatment ein strukturelles Testgelände, eine Möglichkeit, die Architektur der Erzählung durchzuarbeiten, bevor man Monate in ein vollständiges Drehbuch investiert. Das Schreiben eines Treatments offenbart, ob die Geschichte ausreichend Dynamik hat, ob die Charakterbögen überzeugend sind und ob der zweite Akt durchhängt, alles mit einem Bruchteil der Zeit und des Aufwands, die für ein vollständiges Skript erforderlich sind. Für Produzenten und Studios sind Treatments Entscheidungswerkzeuge: Ein Produzent, der erwägt, ein Projekt zu optionieren, fordert oft ein Treatment an, bevor er sich zu einem vollständigen Drehbuchauftrag verpflichtet, denn das Treatment zeigt, ob die Schreibende eine überzeugende Erzählung über die Länge eines Spielfilms aufrechterhalten kann. Im Fernsehen dienen Treatments für Pilotfolgen und Serienbibeln als Pitch-Dokumente, die nicht nur die Pilotgeschichte vermitteln, sondern auch den fortlaufenden Motor der Show, ihre Fähigkeit, Staffeln fesselnder Folgen zu generieren. Treatments sind auch wesentlich für die Sicherung der Finanzierung, besonders für unabhängige Filme, wo Investoren und Förderkommissionen die Geschichte des Projekts verstehen müssen, ohne sich durch ein 120-seitiges Drehbuch zu waten.

Ein effektives Treatment zu schreiben erfordert eine andere Fähigkeit als das Schreiben eines Drehbuchs. Das Treatment muss als Prosa fesselnd sein; flache, mechanische Zusammenfassung („Dann geht John zum Laden. Dann trifft er Sarah.") langweilt die Leserin und untergräbt die Anziehungskraft des Projekts. Verwende lebendige, sinnliche Sprache, um die visuelle und emotionale Textur des Films heraufzubeschwören. Beschreibe Schlüsselmomente mit genügend Spezifität, um die Leserin die Szene ablaufen zu lassen: Statt „Sie streiten sich über das Geld" schreibe „Elena knallt den Kontoauszug auf den Küchentisch, sticht mit dem Finger auf die Überziehungsgebühren, während Marco ihr den Rücken zudreht und methodisch Geschirr spült, als käme ihre Stimme aus einem anderen Raum." Schließe die wichtigsten emotionalen Beats und Wendepunkte der Geschichte ein, widerstehe aber dem Drang, jede Nebenhandlung und Nebenfigur einzubeziehen; das Treatment sollte das wesentliche Rückgrat der Erzählung vermitteln. Schreibe durchgehend im Präsens und in aktiver Stimme und bewahre die filmische Unmittelbarkeit, die ein Treatment von einer Prosa-Zusammenfassung unterscheidet. Am wichtigsten ist, das Treatment sollte die Leserin dazu bringen, den fertigen Film sehen zu wollen, also lass deine Leidenschaft für die Geschichte auf der Seite sichtbar werden.

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