Abstract (Kurzfassung)
Eine knappe Zusammenfassung von meist 150 bis 300 Wörtern, die Ziel, Methode, Ergebnisse und Schlussfolgerungen einer wissenschaftlichen Arbeit wiedergibt.
Zuletzt aktualisiertEin Abstract ist eine in sich geschlossene Kurzfassung, die eine Forschungsarbeit, eine Abschlussarbeit oder einen Fachartikel auf das Wesentliche verdichtet: Forschungsfrage, Methode, zentrale Ergebnisse und Schlussfolgerungen. Mit meist 150 bis 300 Wörtern hilft es Lesenden, rasch zu entscheiden, ob sich die ganze Arbeit für ihr eigenes Vorhaben lohnt. In Fachdatenbanken und Tagungsbänden ist das Abstract oft der einzige frei zugängliche Teil eines Beitrags. Damit entscheidet es maßgeblich darüber, ob Forschung gefunden und wahrgenommen wird.
Man unterscheidet zwei Grundformen. Das informative Abstract, in den meisten Naturwissenschaften der Standard, bildet die gesamte Arbeit im Kleinformat ab, Ergebnisse und Schlussfolgerungen eingeschlossen. Das deskriptive Abstract, in den Geisteswissenschaften verbreiteter, umreißt dagegen nur, worum es in der Arbeit geht, ohne ihre Ergebnisse vorwegzunehmen. Das Abstract zu Watsons und Cricks bahnbrechendem Artikel über die Struktur der DNA, 1953 in Nature erschienen, war bemerkenswert knapp und machte die Tragweite der Entdeckung dennoch deutlich. Das Chicago Manual of Style rät unmissverständlich, das Abstract zuletzt zu schreiben, wenn die Forschung abgeschlossen ist: Erst dann kann es die Arbeit zutreffend wiedergeben.
Schreib dein Abstract also erst, wenn die Arbeit fertig ist, und behandle es als eigenständigen Text, der auch ohne den Volltext verständlich sein muss. Beginne mit dem Forschungsproblem, skizziere dann dein Vorgehen, nenne die wichtigsten Ergebnisse und schließe mit ihrer Bedeutung. Verzichte auf Quellenangaben, Abkürzungen und Fachjargon, die erst im Zusammenhang verständlich werden. Kürze konsequent, denn auf so engem Raum muss jedes Wort seinen Platz verdienen. Vielen hilft es, eine erste Fassung in doppelter Länge zu schreiben und sie dann zusammenzustreichen: Wer verdichten muss, erkennt zwangsläufig, worauf es in der eigenen Forschung wirklich ankommt.