Deine Manuskripte haben jetzt eine Versionskontrolle – dazu eine neue Oberfläche und 30 Korrekturen im Editor
Letzte Woche kamen öffentliches Teilen, Tabellen und Formeln. Diese Woche haben wir etwas gebaut, das wir uns von Anfang an gewünscht haben: eine Versionskontrolle für Schreibende, nicht für Entwickler. Dazu eine überarbeitete Oberfläche, eine Einstiegshilfe und rund dreißig Korrekturen im Editor – für Dinge, die viele still und leise in den Wahnsinn getrieben haben.
Deine Entwürfe haben endlich ein Sicherheitsnetz
Das Szenario, vor dem sich alle Schreibenden fürchten: Du schreibst das erste Kapitel neu, und zwei Tage später merkst du, dass das Original besser war. In den meisten Schreibprogrammen bleibt dir nur, Änderung für Änderung rückgängig zu machen und zu hoffen, dass du nicht übers Ziel hinausschießt. Oder du hast Kopien mit Namen wie Kapitel 1 – v3 FINAL (wirklich final).docx gespeichert. Das kennen wir alle.
Plotiar hat jetzt ein richtiges Versionssystem. Kein abgespecktes automatisches Speichern, keine Liste von Zeitstempeln, die du nicht auseinanderhalten kannst. Ein echtes System mit benannten Snapshots, alternativen Entwürfen und Vergleich nebeneinander.
Snapshots sind Kopien deines Projekts, die du anlegst, wann immer du willst. Ein Kapitel fertig? Leg einen Snapshot namens „Kapitel 7, erster Entwurf“ an. Steht ein großer Umbau an? Vorher einen Snapshot anlegen. Jeder Snapshot hält den vollständigen Stand deines Projekts fest, und du kannst jeden davon sofort wiederherstellen.
Entwürfe sind parallele Versionen deines gesamten Projekts. Du willst ein völlig anderes Ende ausprobieren, ohne dein Hauptmanuskript anzurühren? Leg einen Entwurf an. Er ist eine vollständige Kopie, die neben deiner Hauptversion existiert, und du kannst jederzeit zwischen beiden wechseln. Benenne sie um, lösche, was nicht aufgegangen ist, und behalte, was trägt.
Mit Vergleichen legst du zwei beliebige Versionen nebeneinander und siehst genau, was sich geändert hat. Wähle zwei Snapshots, zwei Entwürfe oder je einen von beiden, und du bekommst eine klare Gegenüberstellung aller Ergänzungen, Löschungen und Änderungen in sämtlichen Inhalten. Willst du Änderungen übernehmen, führt das Zusammenführen-Werkzeug sie für dich zusammen.
Der Snapshot-Baum zeigt dir als visuelle Karte, wie deine Entwürfe voneinander abzweigen, welcher Snapshot wo liegt und wie die Geschichte deines Projekts tatsächlich aussieht. Eine Ansicht, die dir vor Augen führt, wie viel Arbeit du schon geleistet hast – auch an Tagen, an denen es sich nicht so anfühlt.
Im Gratis-Tarif hast du zwei Entwürfe, mit Pro unbegrenzt viele.
Mehr Platz zum Schreiben
Wir haben die obere Navigationsleiste entfernt. Komplett. Benutzermenü, Benachrichtigungen und aktive Mitwirkende sitzen jetzt unten in der Seitenleiste, ordentlich aus dem Weg. Auf dem Desktop bedeutet das: Dein Text bekommt die volle Bildschirmhöhe. Jedes Pixel in der Höhe gehört dir.
Auf dem Smartphone tritt an ihre Stelle eine schmale Kopfzeile mit dem Nötigsten.
Außerdem lässt sich jetzt auf jeder Seite ein Seitenbereich rechts ausklappen. Dort findest du Inhaltsdetails, Metadaten, Snapshots, Notizen und Projektinformationen, ohne das zu verlassen, woran du gerade arbeitest. Bisher öffnete ein Klick auf die Inhaltsdetails einen modalen Dialog, der alles darunter blockierte. Jetzt öffnen sie sich im Seitenbereich, sodass du Details nachschlagen und bearbeiten kannst, während dein Dokument sichtbar bleibt.
Notizen und Aufgaben, überall griffbereit
Notizen und Aufgaben steckten bisher in einzelnen Projekten fest. Für einen spontanen Gedanken, der zu keinem bestimmten Projekt gehörte, oder eine Aufgabe, die mehrere Manuskripte betraf, gab es keinen naheliegenden Ort.
Beides ist jetzt direkt von deiner Startseite aus erreichbar. Schreib eine Notiz, ohne vorher ein Projekt zu öffnen. Leg eine Aufgabe auf oberster Ebene an. Dasselbe gilt für den Brainstorming-Chat. Alles, wofür du früher erst ein Projekt öffnen musstest, ist jetzt da, wo du gerade bist.
Ein ordentliches Willkommen
Neue Nutzerinnen und Nutzer landeten bisher auf einer leeren Projektseite ohne klare Richtung. Jetzt führt dich eine Checkliste für den Einstieg durch die ersten fünf Schritte, die sich lohnen: ein Projekt anlegen, in einem Dokument schreiben, deine Inhalte ordnen, den Brainstorming-Chat ausprobieren und vorhandene Texte importieren.
Die Schritte haken sich automatisch ab, während du die App benutzt. Der Fortschrittsbalken füllt sich, und wenn alles erledigt ist, schließt du die Checkliste, und sie kommt nie wieder. Eine Kleinigkeit, aber der Unterschied zwischen „Ich weiß nicht, was ich hier tun soll“ und „Ich weiß genau, was ich als Nächstes ausprobiere“ ist für den ersten Eindruck enorm.
Wer Plotiar zum ersten Mal nutzt, sieht außerdem ein Willkommensbanner und neu gestaltete Schnellaktionen, die zum ersten Projekt oder zu den Vorlagen führen.
Karten mit System
Inhalts- und Projektkarten wurden komplett neu gestaltet. Jede Karte folgt jetzt demselben Muster: ein Layout mit fester Höhe, ein Symbol, ein Titel und ein Menü beim Darüberfahren mit den Aktionen, die du tatsächlich nutzt. Rechtsklickmenüs funktionieren überall. Umbenennen, Details ansehen und Löschen sind immer dort, wo du sie erwartest.
Der Inhaltsbereich hat Filter nach Status, Farbe und Typ bekommen. Wenn du fünfzig Dokumente in einem Projekt hast, kannst du also auf die mit dem Status „in Arbeit“ eingrenzen oder nach Inhaltstyp filtern. Projektbereiche haben jetzt mitlaufende Überschriften und Schaltflächen für Alle ausklappen/einklappen – das macht viel aus, sobald du mehr als eine Handvoll Projekte hast.
Dreißig Korrekturen, die du spürst
Wir haben diese Woche viele Fehler im Editor behoben. Einzeln betrachtet ist keiner davon dramatisch. Zusammen machen sie das Schreiben spürbar runder.
Bei der Änderungsverfolgung verhielten sich Bearbeitungen an mehreren Stellen unberechenbar. Die Rücktaste konnte seltsame Ergebnisse liefern. Die Eingabetaste mitten in einer nachverfolgten Änderung konnte den Absatz beschädigen. Und Rückgängig entfernte eine nachverfolgte Änderung nicht immer. Alles behoben. Auch Ansichtsmodus und Ein-/Aus-Zustand der Änderungsverfolgung bleiben jetzt erhalten; wenn du ein Dokument wieder öffnest, sind deine Einstellungen noch da.
Die Rechtschreibprüfung lief nach dem Neuladen einer Seite nicht mehr, und ihre Markierungen wurden nach Massenänderungen wie Suchen und Ersetzen nicht aktualisiert. Beides behoben. Außerdem verträgt sich die Rechtschreibprüfung jetzt mit dem durchgehenden Scrollmodus.
Text von rechts nach links wurde gründlich überarbeitet. Der Cursor blieb an einer festen Position stehen, statt mit dem Text mitzuwandern. Das Umschalten zwischen RTL und LTR aktualisierte die Darstellung des Dokuments nicht. RTL-Inhalte fehlten in Exporten. Alle drei Probleme sind gelöst, und Exporte enthalten jetzt auch Blockzitate, Hinweisboxen und Formeln korrekt.
Scrollen: Der Cursor schrieb manchmal außerhalb des sichtbaren Bereichs, besonders im Schreibmaschinenmodus. In mehreren Sonderfällen behoben.
Der Cursor selbst hatte zwei Fehler: Er verschwand, wenn du nach einem Leerzeichen kurz innehieltst, und sprang an den Zeilenanfang, sobald du Schriftgröße oder Schriftart geändert hattest. Beides ist erledigt.
Der Änderungsverlauf des Dokuments produzierte bei kleinen Änderungen eine wahre Flut von Einträgen. Wir vergleichen jetzt Dokumentzustände, wodurch Änderungen zu sinnvollen Einträgen gebündelt werden, statt jeden Tastenanschlag festzuhalten.
Und die Schaltflächen in der Werkzeugleiste für Kommentare, Lesezeichen und Links sind jetzt korrekt deaktiviert, wenn kein Text markiert ist, statt beim Anklicken stillschweigend nichts zu tun.
Noch etwas
Verbindungen in Flussdiagrammen lassen sich jetzt neu verknüpfen, indem du sie auf einen anderen Knoten ziehst. Daran hinderte bisher ein fehlendes Stück Code, und wer viel mit Flussdiagrammen arbeitet, merkt den Unterschied sofort.
Wie es weitergeht
Das Versionssystem ist live, aber wir denken schon darüber nach, was als Nächstes kommt: Beschriftungen für Snapshots, markierte Snapshots und einfachere Wege, beim gemeinsamen Arbeiten auf bestimmte Snapshots zu verweisen. Die Änderungen am Layout sind das Fundament für einen flexibleren Arbeitsbereich, und wir haben Ideen für frei anordenbare Bereiche, über die wir aber noch nicht reden wollen.
Alles in diesem Beitrag ist ab sofort verfügbar. Wenn dir etwas komisch vorkommt, sag es uns. Wir lesen jede Rückmeldung, und sie fließt direkt in das ein, was wir als Nächstes bauen.